Jamaika im Studierendenparlament Ein gelungener Coup
„Jamaika“ im Studentenparlament
Münster - Stefan Roth vom RCDS nennt es „einen echten Coup“. Mit den Stimmen der CDU-nahen Gruppe im Studentenparlament ist am Montagabend ein Grünen-naher Ex-Asta-Vorsitzender erneut in dieses Amt gewählt worden. Der 36-jährige Psychologiestudent Jochen Hesping war 2005/06 schon einmal Chef im AStA. Er selbst, der sich zwischenzeitlich mit der Uni-GAL überwarf und seine Mitgliedschaft dort quittierte, sieht sich selbst als „Überraschungskandidat“.
Hesping wurde von einer kunterbunten Koalition von Grünen, RCDS, Liberalen und dem linken Ufafo auf den Schild gehoben. Nur aus einem einzigen Grund, wie Stefan Roth freimütig zugibt: „Die Übermacht der Jusos sollte verhindert werden.“
Letztere hatten den 20-jährigen Jurastudenten Max Janetzki als Kandidaten für den AStA-Vorsitz aufgestellt. „Ich wollte nicht, dass er der einzige Kandidat ist“, sagte Jochen Hesping. So habe er sich von Stefan Roth überreden lassen, noch einmal zu kandidieren.
Mit welchen Referenten Jochen Hesping im AStA-Häuschen regieren wird, ist allerdings völlig unklar. Die Uni-GAl distanzierte sich gestern ausdrücklich von den Konservativen, lädt aber alle hochschulpolitisch aktiven Gruppen ein, über eine Koalition zu verhandeln. Auch die Jusos, deren, so Hesping, „arroganter Politikstil“, die übrigen Gruppen aufgebracht habe. Philipp Matern von der Uni-GAL sieht in dem unabhängigen AStA-Vorsitzenden Hesping die „große Chance, ein großes Bündnis zu bilden“.
Ob die geschmähten Jusos, die die beiden letzten ASten dominierten, bereit sind, sich dabei einzureihen gilt am Tag nach der kalten Dusche noch als zweifelhaft. Vorerst zürnen die Jusos über die „Jamaika-Koalition“ im Studentenparlament. „Wir werden uns weiter für die Studierenden engagieren“, erklärt Juso Veith Lemmen. Wenn das im AStA sein sollte, müsse es erst einmal vertrauensbildende Maßnahmen geben.
VON KARIN VÖLKER, MÜNSTER
13 · 05 · 09
aktualisiert von Stefan-Alexander Roth, 20.05.2009, 14:53 Uhr |