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Presse
20.05.2009, 14:58 Uhr | Übersicht | Drucken
Roth beteiligt an neuer AStA Koalition




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AStA-Vorsitz

Jochen Hesping zum zweiten Mal gewählt

Von Jörg Gierse am 13.05.2009 00:00 Uhr

 

MÜNSTER Am Tag danach saß Jochen Hesping schon im AStA-Häuschen vor dem Schloss, wälzte Akten und telefonierte. Er wolle keine Zeit verlieren, sagte er: „Sechs Monate ist hier fast nichts passiert. Wir müssen endlich den Hintern hochkriegen und sehen, dass wir vorankommen.“

 

Ein halbes Jahr, nachdem die Studierenden der Uni ihr neues Parlament gewählt haben – und damit ein halbes Jahr vor dem nächsten Urnengang – steht Hesping als ihr oberster Vertreter fest. Zum zweiten Mal nach 2005. Nach endloser Debatte machte ihn das Plenum am späten Montag völlig überraschend zum AStA-Vorsitzenden.

 

Zwei rechte und zwei linke Listen entschieden sich für Hesping – „ohne vorherige Absprache“, wie er beteuert. Der Psychologiestudent hatte sich erst während des ersten Wahlgangs vor zwei Wochen als unabhängiger Kandidat aufstellen lassen: Spontan war der bereits 36-Jährige gegen den erst 20-jährigen Maximilian Janetzki angetreten.

Keine Mehrheit

Der war der Wunschkandidat der Juso-HSG. Der SPD-Ableger stellt mit elf Sitzen die größte Fraktion im Studierendenparlament und mit Ninja Schmiedgen die bisherige AStA-Chefin. Trotzdem hatten es die Jusos nicht geschafft, eine Mehrheit zu organisieren: Nach jahrelangen Querelen war ihre Dreier-Koalition mit der Grünen-nahen Uni-GAL und dem Unabhängigen Fachschaften-Forum (uFaFo) im März zerbrochen.

Auslöser war die Wiederwahl des RCDS-Vertreters Stefan A. Roth in den Verwaltungsrat des Studentenwerks – mit den Stimmen der Jusos. Roth äußerte sich gestern zufrieden mit der Wahl des früheren Uni-GAL-Mitglieds Hesping: Als „alter Hase“ habe er gegen den unerfahrenen Janetzki gepunktet. Zudem warf Roth der Juso-HSG ein „arrogantes Machtgebaren sondergleichen“ vor.

Ein Gefühl, das nach Hespings Meinung auch die anderen Fraktionen bewogen hat, sich auf ihn zu einigen. „Wir brauchen einen Wechsel in der politischen Kultur“, erklärte er gestern: Er wolle die Entscheidungen des Parlaments auf eine breitere Basis stellen. Schon bis kommenden Montag will Hesping ein listenübergreifendes Führungsteam auf die Beine stellen, um dringende Themen wie Studiengebühren, NRW-Semesterticket und die Umstellung der Studienabschlüsse inhaltlich anzupacken. Zur Mitarbeit lade er ausdrücklich alle politischen Kräfte ein – auch die Jusos.

„Unheilige Allianz“

Die scheinen allerdings den Gang in die Opposition vorzuziehen. Der bisherige AStA-Sprecher Veith Lemmen nannte das Wahlbündnis für Hesping eine „unheilige Allianz“ und wies alle Vorwürfe gegen die Juso-HSG zurück: „Wir lassen uns unsere gute Arbeit der vergangenen zwei Jahre nicht kaputtmachen.“ Philipp Matern von der Uni-GAL wiederum beeilte sich klarzustellen, es werde kein dauerhaftes Bündnis von linken und rechten Listen geben: „Jochen Hesping wird keinem AStA mit RCDS-Beteiligung vorstehen.“




aktualisiert von Stefan-Alexander Roth, 20.05.2009, 14:59 Uhr

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